Vor einigen Jahren waren darunter eigentlich nur die ehemaligen Bewohner eines kleinen Teils in der heutigen Türkei bekannt.
Das Trojanische Pferd spielt in der griechischen Mythologie seine bekannte Rolle. Daraus leitet sich auch der Computerbegriff des Trojaners ab: Unbemerkt, als ein augenscheinlich nützliches Programm (Geschenk), in ein scheinbar sicheres System (Stadt) eindringen und dann im Hintergrund andere Funktionen erfüllen (Troja zerstören).
Jetzt trifft nach geraumer Zeit die Politik auf die Netzgemeinde, besonders schön sichtbar vor zwei Wochen zum Thema Staatstrojaner. Was war passiert?
Der Staat darf laut Bundesverfassungsgericht (BVG) seine Bürger, wenn ein klarer Hinweis besteht, überwachen. Früher lief das meistens über das Telefon ab, jetzt aber gibt es "immer ausgetüftelter" werdende Computer. Also hat man sich in Bayern einen Trojaner basteln lassen, denn laut BVG darf der Staat mit der vielzitierten "Quellen-TKÜ" Internettelefonie (Skype, etc.) an der Quelle abhören. Allerdings kam der Trojaner von einer externen Firma und sein Quellcode wurde nicht überprüft. Der Chaos Computer Club (CCC) hat dann herausgefunden, das dieser Trojaner viel mehr kann als "Skype abhören": Screenshots vom Bildschirm machen und Code nachladen. Die Nachladefunktion könnte zum Beispiel von Hackern gekapert werden um im Namen des Staates viel weitgehender zu spionieren, als der Trojaner dies eigentlich dürfte.
Also ganz einfach: Der Staatstrojaner ist nicht sicher, zudem ist der Trojaner auch eindeutig nicht konform mit dem Urteil des BVG. Der CCC fordert deswegen auf Trojaner in Ermittlungsverfahren zu verzichten.
Sicherheit im Internet ist also ein hochbrisantes und komplexes Thema, hauptsächlich da das Internet ein sehr schnelllebiges Medium ist. Und wenn dann eben das geballte Internetfachwissen auf die Politik trifft, dann ist das zwar unterhaltsam, aber auch ziemlich traurig. Vielleicht wird jetzt nach diesem Beitrag die Empörung der Netzgemeinde auf die Stellungsnahme von Hans-Peter Uhl im Bundestag deutlich.
Es ist ziemlich offensichtlich, das hier jemand spricht, der nicht wirklich in der Materie steckt und außerdem, wie in der heutigen Politik üblich, weitestgehend um den heißen Brei redet. Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen will:
Der große FAZ-Artikel zum Thema Staatstrojaner als PDF
Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch mit Frank Rieger und Constance Kurz vom CCC
Nach dem "Staatstrojaner" wurde der "Schultrojaner" entdeckt. Ein Trojaner von dt. Verlagen, der auf Schulrechnern nach ungewünschten Kopien sucht, dazu ein schöner Blogbeitrag bei herrlarbig.de